Red Bull X-Alps 2015 - Interview mit Aaron Durogati

VON HIKE&FLY.INFO · 6. April 2015

 

Während des Bewerbs müssen Strecken von mehr als 50 km zu Fuß zurück gelegt werden. Wie bereitet man sich im Vorfeld auf solche Laufstrecken vor?

„Ich habe einen Trainigsplan das ganz Jahr über. Das ist eine Kombination aus Kraftkammer und Laufen. Früher hab ich 3x die Woche trainiert doch mittlerweile sind die Einheiten progressiv angestiegen. Ich trainiere jeden Tag zw. 1 - 4 Stunden.“

Orientierst du dich an deinem Puls? Wenn ja in welchen Pulsbereich bist du deiner Meinung nach am leistungsfähigstem? Oder ist das reine Gefühlssache?

„Ja ich trainiere nach Puls -130 Puls im Flachen bis hinauf auf ca. 153 und das in Intervallen. Ich habe schon sehr viel trainiert und jetzt ist es mehr eine Gefühlssache geworden.“

Welches Schuhwerk wirst du für den Bewerb verwenden?    

„Ich bin ja Salewa Athlet und der neue Speed Ascent sieht gut aus! Mir ist es  wichtig dass man in den Schuhen mehr Platz hat. Also weiche und breite Schuhe! Wegen Laufschuhen schaue ich noch - der Dynafit und Mezuno stehen zur Auswahl.“

Worauf legst Du bei der Wahl des Schirms mehr wert? Leistung oder Sicherheit?

„Ein Kompromiss der beiden Eigenschaften. Schon Leistung aber auch Sicherheit ist das Richtige für die X-Alps.  Der GTO 2 ist perfekt für mich! Boom 10 wäre besser von der Leistung her, er ist schneller aber auch das Landen und Starten ist schwieriger. Wenn der Schirm nass wird, wäre ein 2-Leiner auch ein Nachteil.“

Wie planst Du die Flugstrecke? Welche Schlüsselstellen werden genau unter die Lupe genommen? Bzw. wo vermutest Du Schlüsselstellen auf der Strecke.

„Generell ist es schwierig zu sagen, denn die Bedingungen geben es vor. Angenehme und einfache Flugstrecken können bei schwierigen Bedingungen oft schon zur Schlüsselstellung werden.  Hingegen bei hoher Basis und super Bedingungen können die vermeidlichen „Schlüsselstellen“ ganz einfach zu überwinden sein. Ich freu mich natürlich dass viel in Italien geflogen werden kann! Da ist es für mich auch einfacher und unkomplizierter die Strecke an zu schauen“

Wie läuft die Entscheidung bei schlechten Startbedingungen am Berg ab: Analyse, Gefühl oder Hoffnung?

„Ich bespreche die Wetterlage und den Verlauf des Tages mit meinen Supportern. Mir ist noch nie passiert dass wirklich schlechte Bedingungen am Startplatz waren. Wenn ich auf eine Startplatz gehe, dann um zu fliegen ansonsten würde ich ja weiter gehen und gar nicht auf einen Startplatz hinauf kommen.“

Wie geht ihr mit subjektiven, also von euch selbst ausgehenden, Gefahren um? Z.B:. Erschöpfung , Selbstüberschätzung, Erfolgsdruck. Bereitet ihr euch darauf vor diese zu vermeiden, und wenn wie?

„Ich bin überzeugt was ich mache. Wenn ich in der Luft bin dann bin ich wach und konzentriert. Ich fliege sehr, sehr viel und kann meine Leistung gut abrufen. Weil ich auch regelmäßig bei Wettkämpfen mit fliege stresst mich der Wettkampf X-Alps als solcher nicht mehr. Mein Level ist ziemlich hoch ;)

Zum Thema Erschöpfung - Vor 2 Jahren bin ich beim fliegen eingeschlafen! Es war ein Sekundenschlaf! Als ich die Augen wieder aufmachte dann war ich sofort wieder wach durch das ganze Adrenalin!“


 

Wie schnell könnt ihr zwischen stundenlangem gehen auf Flugmodus umschalten. Die Erfahrung zeigt, dass man beim gehen/laufen oft in einen gedankenfreien oder träumerischen Zustand kommt. Wie schaltest Du am Start auf 100%ige Konzentration um?

„Fliegen ist immer das Ziel! Je näher ich zum Startplatz komme desto konzentrierter werde ich. Ich stelle mir schon vor wie ich aufdrehe und stelle so meinen Modus um.“  

Wie wirkt sich Erschöpfung auf deine Reaktionsfähigkeit bzw. richtige Entscheidungsfähigkeit aus?

„Am Ende des Rennens ist es logisch das man nicht mehr so klar denken kann. Da sind die Supporter wichtig. Sie geben mir Information über Wetter und Planung des Fluges und der Laufstrecken.“

Welche Beziehung hast du zu deinem Supporter? Warum hast Du Dich für deinen jetzigen Supporter entschieden? Gibt es da spezielle Kriterien?

„Mathias ist mein Supporter – Ein guter Kollege aus dem Dorf Tirol. Wir waren schon bei den X-Pyr zusammen unterwegs. Er geht mit mir oft auf den Startplatz mit und hilft mir mit Verpflegung und Kleidung am Berg.  Mein zweiter  Supporter ist Andre.  Er kennt sich bestens mit Computer, GPS und Wetter aus! Er übernimmt den Teil der Planung und der Strategie.“

Wie groß ist das Mitspracherecht Deines Supporters? Wenn z.B. sehr grenzwertige Bedingungen herrschen, fragst du ihn nach seiner Meinung? Wie weit berücksichtigst Du diese Meinung?

„Mit Andre bespreche ich die Bedingungen im Vorfeld und wir tauschen unsere Meinungen aus. Das funktioniert recht gut!  Meinungsverschiedenheiten gibt es kaum. Wenn wir am Startplatz stehen, denken wir eigentlich immer das Gleiche."

 

Thema Ernährung: Was wirst du während des Tages zu dir nehmen um dich fit zu halten bzw. wie schaut der Speiseplan für das Rennen aus?

„Ich esse ganz normal, in den letzten 5 Jahren habe ich viel ausprobiert. Gluten sind für mich nicht gut wenn ich Leistung bringen muss. In der früh esse ich Porridge mit Nüssen und Bananen.
Zu Mittag Presaola und eher Fleisch mit Brot ein bisschen Parmesan und Honig. Nach dem Landen bekomme ich meisten Reis und Hendel von den Supportern gekocht. Vor dem Schlafen eine Reisnudelsuppe mit Salz damit meine Mineralsalze wieder aufgestockt werden.
Thema Gel ist für mich nicht das Beste. Also das esse ich nur ganz selten.“

Worauf freust Du dich Besonders?

„Ich denke immer an den Wettkampf. Aber wenn ich mit einem Adler fliegen kann oder über einen schönen Gipfel die Aussicht genieße, dass sind die schönsten Momente! Die werden auch sicher kommen.“

Wo siehst Du deine persönlichen Stärken und Schwächen?

„Meine Stärke ist dass ich fokussiert bin auf das Ziel – Auf der anderen Seite kann Ich mich bei der Planung verbessern. Deshalb habe ich meine Supporter die das für mich machen und ich fliege.“

Welches Ziel hast du dir persönlich gesteckt eine gute Platzierung oder eine bestimmt Zeit?

„Die Zeit hat mit dem Wetter zu tun. Wenn des wir gute Bedingungen haben könnten wir vielleicht noch schneller sein als letztes Mal. Deshalb will ich eine gute Palzierung zu erreichen. Natürlich am Besten wäre Platz 1!“

Tom de Dordolots hatte beim letzten Mal z.b immer seine Angel dabei. Hast Du jetzt schon etwas von deiner Ausrüstung was du auf jeden Fall nicht missen möchtest? Leucotape, Kinesiotape,…

„Mein Hufeisen das ist mein Glücksbringer der muss immer im Auto sein!“

www.gingliders.com
www.salewa.at
www.aaron-durogati.com





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